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 Bild (Ausschnitt): © Alan Cleaver [CC BY 2.0]  - Flickr

Steuerflucht

Bild (Ausschnitt): © Alan Cleaver [CC BY 2.0] - Flickr

„Neun von zehn weltweit agierenden Konzernen haben mindestens eine Tochterfirma in Steueroasen. Durch die Steuervermeidung von Unternehmen gehen Entwicklungsländern jährlich mindestens 100 Milliarden US-Dollar an Steuereinnahmen verloren.“ – Oxfam 1) Oxfam: Steuervermeidung von Unternehmen; Stand vom 06.08.2019

Tax havens

© thetaxhaven [CC BY 2.0] – [Flickr]

In den 2016 veröffentlichten sogenannten Panama Papers wurde von enormen Steuervermeidungen berichtet. Diese schaden vor allem Staaten, die zu den ärmsten Ländern weltweit zählen. Hinterzogen werden die Steuern meist von Unternehmen, die in diesen Ländern produzieren oder von reichen Einzelpersonen. Die so verlorenen Steuereinnahmen belaufen sich alleine in Afrika auf 14 Milliarden Dollar pro Jahr. Mit diesem Betrag könnte eine lebensrettende Gesundheitsversorgung für vier Millionen Kinder geschaffen sowie genügend Lehrpersonal für alle afrikanischen Kinder eingestellt werden. Laut Berichten der WHO 2) WHO: Investment Framework for women´s and children´s health in Africa; Stand vom 24.01.17 und UNESCO 3) UNSECO: Wanted: Trained teachers to ensure every child’s right to primary education; Stand vom 24.01.17 könnte mit dieser Summe das Überleben von vier Millionen Kindern gesichert werden und Lehrpersonal für alle Kinder in Afrika angestellt werden. 4) Oxfam: Ein Wirtschaftssystem für alle; Wege aus der Ungleichheitskrise; Stand vom 06.08.2019

Es gibt viele Länder, die einem sofort in den Sinn kommen, wenn von Steueroasen gesprochen wird. Die Bahamas, Panama, Mauritius, Luxemburg, Irland oder die Schweiz sind klassische Beispiele. Aber auch Deutschland gilt vielen (Entwicklungs-)Ländern wegen des gut gehüteten Bankgeheimnisses als Steueroase. Konzerne und Einzelpersonen aus lateinamerikanischen und afrikanischen Ländern sollen in Deutschland bis zu 3 Billionen Euro angelegt haben. 5) 3sat makro: Risiko Armut; nicht mehr verfügbar

Africa losing billions in tax evasion

The power of tax

Eine gängige Methode ist, in den Steuerparadiesen Tochterfirmen zu gründen. Diese dienen jedoch lediglich als Briefkastenfirmen, meist sitzt dort kein einziger Mitarbeiter. Ein Großteil der Gewinne fallen aber offiziell auf den Steuerinseln an. Auch beliebt ist das Mittel der Patentboxen, bei denen über die Anmeldung eines Patents in Ländern wie den Niederlanden oder der Schweiz Steuern umgangen werden können. 6) Tages Woche: Warum die Schweizer Steuerreform Entwicklungsländern schadet; Artikel vom 15.01.17

Laut Hans-Jürgen Burchardt, Wirtschaftswissenschaftler aus Kassel, erhalten die westlichen Länder das Siebenfache der geleisteten Entwicklungshilfe durch Steuerhinterziehungen zurück. 7) 3sat makro: Risiko Armut; nicht mehr verfügbar In vielen Entwicklungsländern ist es für den Staat schwierig, Steuern einzutreiben, da ein Großteil der Arbeit informell getätigt wird. Damit der Staat ausreichend Geld für Gesundheitsversorgung oder Schulbildung zur Verfügung hat, ist er auf die Steuerzahlungen von Konzernen, reichen Privatpersonen und anderen Investoren angewiesen. Ein großer Teil dieser potentiellen Steuerzahlungen wird jedoch durch Steueroasen und die dort angebotenen Schlupflöcher vermieden. 8) The Washington Post: How global tax evasion keeps poor countries poor; Artikel vom 08.04.16 Entwicklungsländern werden so Aufstiegschancen verwehrt, da die nötigen Einnahmen fehlen. Dies führt zu kaum vorhandener Infrastruktur, mangelnder Versorgung der Bürger und Perspektivlosigkeit. Politische Instabilität kann folgen. Dabei ist auch die internationale Staatengemeinschaft gefragt, mit Gesetzen die Steuerschlupflöcher zu schließen.

afrikanischer Bauer

© Evandro Sudré [CC BY-NC 2.0] – [Flickr]

Unternehmen profitieren nicht nur von Standortvorteilen in Entwicklungsländern durch günstige Produktionsbedingungen, sondern sind häufig auch auf die Ressourcen dort angewiesen. Den armen Ländern nun auch noch ihre rechtmäßigen Steuereinnahmen vorzuenthalten, ist nicht nur ein weiterer Schritt der Ausbeutung, sondern auch eine direkte Mitverantwortung für die Miserie vieler Entwicklungsländer.

INTVW: Tax avoidance and evasion problems for African states

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Fußnoten und Quellen:   [ + ]

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