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Sandbagger |  Bild (Ausschnitt): ©  jgmorard [CC BY 2.0]  - flickr

Sandabbau

Sandbagger | Bild (Ausschnitt): © jgmorard [CC BY 2.0] - flickr

Die Vereinten Nationen schätzen den jährlichen Verbrauch von Sand und Kies auf 40 Milliarden Tonnen. Der körnige Rohstoff steckt nicht nur in Beton. Glas, Asphalt, Plastik, Shampoo, Klebstoff, Farben, Mikroprozessoren: überall ist Sand enthalten. Regierungen sind dabei die größten Sandverbraucher: Für gerade einmal einen Kilometer Autobahn werden 30 000 Tonnen Sand gebunden. Allgemein benötigt der Bausektor den meisten Sand, denn Beton prägt die Infrastruktur und Städte. 1) ZeitenSchrift: Unter den Autobahnen liegen die Strände der Welt; Artikel erschienen im I. Quartal 2014 2)UNEP-Report : „Sand, rarer than one thinks“; erschienen März 2014 Deutschland reguliert den Abbau des Rohstoffs, aber Länder wie China oder Indien saugen mit großen Pumpen vom Boot aus den Sand vom Meeresboden ab. Es ist einer der kostbarsten und am meisten unterschätzten Rohstoffe weltweit, da er in so vielen Produkten Verwendung findet. Beton besteht zu 40 Prozent aus Küsten- oder Meeressand. Der Wüstensand ist für die Verarbeitung zu Beton unbrauchbar, da die Struktur der Körner zu rund ist und sie nicht aneinander haften. Folglich werden Strände vernichtet, aber nicht die, an denen sich die Touristen tummeln, sondern dort wo Einheimische leben. 3) Zeit: Wie Gold am Meer; Strand; Artikel vom 28.08.2014

Autobahn bei München

Autobahn München © Tarboosh [ CC0 1.0 ] – Wikimedia Commons

Die hohe Nachfrage ist schwer zu decken, da leicht zugängliche und kostengünstige Abbaugebiete schon erschöpft sind. Nachdem das Ausbaggern von Flüssen zu Hochwasser führte, ließen die Förderunternehmen davon ab und gingen zum Tagebau über. Hier regten aber die daraus resultierenden unschönen Mondlandschaften öffentlichen Protest an. Darum wurde der Fokus aufs Meer gerichtet. 4) youtube: Sand – Die neue Umweltzeitbombe; Doku 2016; Video Stand 09.01.2017

Schwimmbagger pumpen pro Tag riesige Mengen von bis zu 4 000 Kubikmetern Sand hoch. Bei dieser Methode der Sandgewinnung werden jegliche Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen, die am Meeresboden leben, angesaugt und getötet. Die Zerstörung des Ökosystems nimmt Einfluss auf die Fischbestände im jeweiligen Gebiet.

Sandbagger am Strand

Sandbagger am Strand © Michael Coghlan [ CC BY-SA 2.0] – flickr

In Indonesien werden 92 Prozent des Fischbedarfs über traditionelle Fischerei gedeckt. Durch den Sandabbau werden die Menschen ihrer Lebensgrundlage beraubt und die Existenz tausender Familien ist gefährdet. Bereits 25 kleine indonesische Inseln wurden von der Weltkarte gestrichen, da sie infolge des rasanten Sandabbaus einfach verschwanden. 5) youtube: Sand – Die neue Umweltzeitbombe; Doku 2016; Video Stand 09.01.2017 Neben den Fischen sterben auch Korallenriffe. Diese sind zusammen mit den Stränden wichtig für die Küstenstreifen, da sie vor Überschwemmungen und Tsunamis schützen. Fällt der Schutz weg, stellt dies eine zunehmende Bedrohung für die Menschen dar. 6) BR: Wenn der Strand abgesaugt wird; Rohstoff Sand; Artikel vom 10.06.2014 Küstenbewohnern, die vom Fischfang leben, wird die Lebensgrundlage entzogen, auch durch einen stetigen Anstieg des Meeresspiegels. 7) Netzfrauen: Ungeschätzter Rohstoff; Sand; Die weltweiten Sandvorkommen werden knapp; Artikel vom 02.06.2016

Daneben gefährden Kriege um Sand das Überleben von Bevölkerungsgruppen und schaffen zwischenstaatliche Konflikte. In Mumbai, einer Metropole an Indiens Küste, entfachte sich ein regelrechter Kampf um den Rohstoff. Denn nur mit Beton konnte die Stadt innerhalb kürzester Zeit vom Fischerdorf zur Megacity werden. Noch immer boomt der Bau neuer Immobilien und um den benötigten Sand zu bekommen, werden Flüsse und das Meer zerstört. 8) Zeit: Wie Gold am Meer; Strand; Artikel vom 28.08.2014 Weltweit befinden sich 75 bis 90 Prozent der Strände auf dem Rückzug und bis 2025 werden drei Viertel aller Erdbewohner in der Nähe der Küste leben. Die Ausbeutung von Sand, der schlechte Küstenschutz und der Rückzug des Sandes stellen eine ökologische Zeitbombe dar.  9) youtube: Sand – Die neue Umweltzeitbombe; Doku 2016; Video Stand 09.01.2017 Es leben aktuell schon rund 200 Millionen Menschen weniger als einen Meter über dem Meeresspiegel. Bei einem Anstieg um diesen Meter wären laut einer Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung ein Fünftel Bangladeschs (mit 35 Millionen Einwohnern) und das Nildelta in Ägypten besonders betroffen. Daneben auch die Länder im Nordosten Südamerikas (Suriname, Guyana und Französisch-Guyana), Teile Afrikas (Benin, Mauretanien, Tunesien) sowie Indien, Pakistan, Vietnam und China. Den Millionen Betroffenen wird kaum eine Alternative als Abwanderung bleiben. 10) bpb: Zuwanderung, Flucht und Asyl, Aktuelle Themen; Betroffene Gebiete; Artikel vom 01.12.2009

Verlust der Strände

Sand - Die neue Umweltzeitbombe

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