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UN-Konferenz: Prekäre Lage im Jemen erfordert 4,2 Milliarden US-Dollar an Hilfsleistungen

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Jemen Mädchen Kopftuch Hunger, schlechte medizinische Versorgung und Trinkwassermangel - Im Jemen leiden viele Kinder unter dem Bürgerkrieg  |  Bild: © Dietmar [CC BY-NC-ND 2.0]  - flickr

Hunger, schlechte medizinische Versorgung und Trinkwassermangel - Im Jemen leiden viele Kinder unter dem Bürgerkrieg | Bild: © Dietmar [CC BY-NC-ND 2.0] - flickr

UN-Konferenz: Prekäre Lage im Jemen erfordert 4,2 Milliarden US-Dollar an Hilfsleistungen

Bei der gestrigen UN-Geberkonferenz gab die UN zu verstehen, dass sie für Hilfeleistungen für die Krisenlage im Jemen 4,2 Milliarden Dollar benötigt. 1)Tagesschau:100 Millionen Euro für den Jemen; 26.2.2019 Zu Beginn der Konferenz äußerte sich Außenminister Maas zu der Beteiligung Deutschlands und kündigte an, dass Deutschland seine finanzielle Unterstützung fortsetzen und die Bundesregierung die Maßnahmen der UN mit 100 Millionen Euro unterstützen wird. Er pocht jedoch auch besonders auf eine Friedenslösung, um der Konfliktlage und der prekären Situation der Bevölkerung entgegenzutreten. 2)Zeit online: Deutschland unterstützt UN-Hilfe im Jemen mit 100 Millionen Euro; 26.2.2019

Der Krieg im Jemen kann ab dem Moment, an welchem sich Saudi-Arabien beteiligte, als Stellvertreterkrieg gesehen werden. Saudi-Arabien intervenierte mit einer Militärkoalition und unterstützt nun südliche Bewegungen und die ehemalige Regierung um Abed Rabbo Mansur Hadi, der dort Zuflucht gefunden hat. Der Iran steht mutmaßlich auf Seiten der Rebellen und liefert Bauteile für Raketen. Zudem beraten iranische Militärexperten die Huthi. 3)NZZ: Krieg in Jemen: Das sind die wichtigsten Fakten; 6.9.2018 Die ganze Situation steht unter einem Machtgleichgewicht zwischen verschiedenen überstaatlichen Parteien, Konflikten innerstaatlicher Parteien und sich ausbreitenden Terrormilizen.  Seit nun über vier Jahren herrscht im Jemen ein Bürgerkrieg und die Bevölkerung steht unter diesen Konflikten mitten in einer humanitären Krise:

Die Wasser- und Medikamentenversorgung ist schlecht: In dem wasserarmen Land haben insgesamt circa 16 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser mehr. Neben Trinkwasser sind auch Medikamente und Lebensmittel schwer erreichbare Güter. Die Gesundheitsversorgung ist am zusammenbrechen. 4)UNICEF; Drohende Hungersnot im Jemen; zuletzt aufgerufen am 26.2.2019 „Da viele Gesundheitseinrichtungen im Jemen stark beschädigt oder zerstört wurden, müssen die meisten Jemeniten weite Strecken zurücklegen, um versorgt zu werden“, sagt Jana Brandt von Ärzte ohne Grenzen. 5)Ärzte ohne Grenzen:Zivilisten zahlen im Jemen-Konflikt den höchsten Preis; 7.12.2018

Medizinische Versorgung ist nicht nur schwer zu erreichen, sondern häufig auch einfach zu teuer. Trinkwasser, Medikamente und Lebensmittel – all dies können sich große Teile der  Bevölkerung nicht leisten. Die Lebensmittelpreise stiegen und die Haushaltseinkommen sanken  immer weiter.

Oxfam führte Ende 2018 zu diesem Thema Umfragen im Süden Jemens (Taiz) durch, bei welchen sich zeigte, dass sich zwei Drittel aller Befragten verschuldet hatten, um Medikamente, Lebensmittel oder Wasser zu kaufen. 89 Prozent mussten die Zahl ihrer Mahlzeiten reduzieren und mehr als die Hälfte mussten sich bereits Essen von Freunden oder Verwandten leihen. 6)OXFAM: Eltern versuchen verzweifelt, ihre Familie zu ernähren; 26.2.2019

Um sich genug Essen leisten zu können, bräuchten die Menschen mehr Geld. Wenn das Geld jedoch nicht ausreicht, müssen oft Konsequenzen getroffen werden, die nicht nur das eigene Leben betreffen, sondern auch das der Kinder. 7)OXFAM: Eltern versuchen verzweifelt, ihre Familie zu ernähren; 26.2.2019

So werden sogar Kinder verheiratet, um die finanzielle Lage der Familie zu verbessern – ein Beispiel dafür fand Oxfam in Gouvernement Amran: Die Eltern zweier junger Mädchen verheirateten beide ihrer Kinder – die eine mit neun Jahren und eine mit erst drei Jahren. Ihrer neunjährigen Tochter wird Bildung verwehrt und ihre dreijährige Tochter wird verheiratet aufwachsen. Doch das  Geld, das sie durch die beiden Heiraten bekamen, konnten sie für Nahrung und eine Unterkunft ausgeben. Die Eltern sagten dazu, dass sie keine andere Wahl hatten, weil sie den Rest der Familie am Leben halten müssen und dies ohne Geld nicht möglich war. Muhsin Siddiquey von Oxfam meint dazu: „Im Laufe dieses Krieges sind die Menschen immer verzweifelter geworden. Sie sehen sich gezwungen, Schritte zu unternehmen, die das Leben ihrer Kinder jetzt und in den kommenden Jahrzehnten zerstören. Dies ist eine direkte Folge einer menschengemachten humanitären Katastrophe, die durch den Krieg verursacht wurde.“ 8)OXFAM: Eltern versuchen verzweifelt, ihre Familie zu ernähren; 26.2.2019

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Fußnoten und Quellen:   [ + ]

Jacqueline Schwellensattel

Hi, ich bin Jacqueline und studiere Politikwissenschaft an der LMU München. Ich interessiere mich für internationale Politik und besonders die Auswirkungen unseres Handelns auf den Rest der Welt sind für mich spannend.

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