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Libyen: einst ein sicherer Zufluchtsort – mittlerweile selbst Krisenstaat

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Fleeing death in Libya Mehrere Männer, die mit ihrem Besitz aus Libyen flüchten |  Bild: © Magharebia [CC BY 2.0]  - Flickr

Mehrere Männer, die mit ihrem Besitz aus Libyen flüchten | Bild: © Magharebia [CC BY 2.0] - Flickr

Libyen: einst ein sicherer Zufluchtsort – mittlerweile selbst Krisenstaat

19 Tage hat es gedauert, bis sie befreit wurden. Am 22. Dezember 2018 retten die Mitglieder der Sea-Watch 3 32 Menschen und am 29. Dezember rettet die Crew der Professor Albrecht Penck 17 Menschen von einem Holzboot im Mittelmeer. Darunter Frauen, Männer und Kinder, das jüngste gerade mal 1 Jahr alt. Insgesamt 49 Menschen, die Tage lang darauf gewartet haben endlich wieder festen Boden unter ihren Füßen zu haben, die Tage lang die unnahbare Küste Maltas vor sich sehen konnten. So nah und doch unerreichbar, denn der Ersuch der Rettungsschiffe in einem sicheren Hafen anzulegen wurden von den an das Mittelmeer grenzenden nationalen Regierungen ignoriert oder abgelehnt, und das obwohl laut Sea-Watch Dutzende deutsche Städte, sich bereit erklärt hatten die geretteten Menschen willkommen zu heißen. Doch die Regierung in Berlin hatte bis dato nicht auf die Forderungen reagiert. Erst 19 Tage später hat Malta endlich zugestimmt, die Menschen an Bord der beiden Schiffe aufzunehmen. 1)Sea-Watch: 14 days left alone at sea – In a joint effort, Sea-Watch and Mediterranea sail towards the Sea-Watch 3 off the coast of Malta for support and supplies; nicht mehr verfügbar 2)Zeit Online: Sea-Eye rettet 17 Menschen im Mittelmeer; 29.12.2018 3)New York Times: Rescued Migrants, at Sea for Weeks, Struggle to Reach a New Life; 08.01.2019

Die Menschen, die auf den Schiffen waren, sind von der libyschen Küste aus in die See hinaus. Sie stammen aus Nigeria und anderen Krisengebieten wie Eritrea, Somalia oder Sudan. Libyen ist durch seinen Standort eine wichtige Anlaufstelle für Flüchtlinge, die nach Europa wollen. Bis Ende 2019 werden vermutlich 70.000 Flüchtlinge in diesem Land sein, viele davon in Auffanglagern, in denen die Zustände teilweise katastrophal sind. Es wird über Misshandlungen, Folter, Zwangsarbeit und Vergewaltigungen berichtet. Denn auch Libyen ist kein sicheres Land. Seitdem herrscht dort wieder Notstand. Seitdem sind die Kampfhandlungen so stark wie seit Jahren nicht mehr. Die Auseinandersetzungen finden zwischen den verschiedenen Truppen der Regierung Fayiz as-Sarradsch statt, die nur die eine Hälfte des Landes kontrolliert und den Milizen des Machthabers Chalifa Haftar, der die andere Hälfte kontrolliert. 4)Zeit Online: Die Sklaven vor Europas Haustür; 03.09.2018 5)The UN Refugee Agency: Libya; Stand 20.01.2019

Die Menschen die sich in Libyen wiederfinden haben ihre Länder verlassen und kommen von überall her, um in Libyen Zuflucht zu finden. Zum Beispiel aus Nigeria, dort geht die Regierung seit Jahren gegen die islamistische Terrororganisation Boko Haram vor und seit einigen Wochen haben die Kämpfe vermehrt wieder angefangen, was Zehntausende von Menschen in die Flucht getrieben hat, die nun auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. 6)Zeit Online: Zehntausende fliehen vor Kämpfen in Nigeria; 09.01.2019

Viele Flüchtlinge stammen auch aus Somalia. Dort kämpft seit 2012 international anerkannte Regierung gegen die al Shabaab Kämpfer, die zur Terrorgruppe al-Qaida gehören. Ihr Ziel ist es, einen islamischen Gottesstaat zu gründen. Aber sie sind nicht die einzigen, die das Land terrorisieren. Seit drei Jahrzehnten bekämpfen sich die verschiedenen Gruppen, Clans und Milizen. Dieser Krieg hat bereits 500.000 Menschen das Leben gekostet. Doch auch der Drohnenkrieg, den die USA gegen die Terrormiliz führen, tötet Zivilisten. Laut BBC gab es allein in der zweiten Hälfte des Jahres 2017 34 Drohnenangriffe, eine genaue Zahl der dabei getöteten Zivilisten gibt es nicht, aber es ist auch nicht im Interesse der somalischen Regierung und der USA, solche Zahlen zu veröffentlichen. Viele Bewohner Somalias fühlen sich gezwungen das Land zu verlassen, um zu überleben. Rund 800.000 Menschen sind auf der Flucht, nicht nur vor dem Krieg, sondern vor Dürre und Hunger. Drohnenangriffe sind jedoch nicht die Lösung, denn das Problem ist tief im System verankert. Al Shabaab kontrolliert vieles im Land. Was Somalia braucht, ist ein starker Staat, der sich gegen die Terroristen durchsetzen kann. 7)Deutschland Funk: Drohnen, Dschihad und lukrative Geschäfte; 10.06.2018 8)Welt: Solingen und Somalia; 15.01.2019

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Fußnoten und Quellen:   [ + ]

Zoe / earthlink

Ich habe Kunstgeschichte und Sprache, Kultur und Literatur studiert. Eigentlich könnte man denken ich habe nicht das Profil, um in einer NGO zu arbeiten aber ich interessiere mich sehr für die Menschen und die Geschehennisse um mich herum und möchte auch deshalb aktiv mithelfen. Mein Praktikum bei Earthlink ist ein erster Schritt in diese Richtung.

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