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Bürgerkriege in der DR Kongo vertreiben die Einheimischen vermehrt nach Sambia

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Massenflucht Als Folge der Konflikte: Massensterben und Massenflucht in der DR Kongo. |  Bild: © nited Nations Development Programme [CC BY-NC-ND 2.0]  - Flickr

Als Folge der Konflikte: Massensterben und Massenflucht in der DR Kongo. | Bild: © nited Nations Development Programme [CC BY-NC-ND 2.0] - Flickr

Bürgerkriege in der DR Kongo vertreiben die Einheimischen vermehrt nach Sambia

Die Bevölkerung in der Demokratischen Republik Kongo erlebt derzeit eine sehr schwere Tragödie. Das Land gilt als bürgerkriegsverseucht und treibt viele hunderttausende Menschen zur Flucht an. Die Kasai-Region (Zentralkongo), die Krisenprovinz Kivu im Osten und die südöstliche Provinz Tanganyika: All das sind die heutigen Kriegsschauplätze in der DR Kongo, wo keine Gesetze, keine Ordnung herrscht, und wo die Brutalität an vorderster Front steht.

Massengräber, Vergewaltigungen, Brandstiftung, Feuergefechte und Kinderschändung prägen das Land. Wie die UN seit neuestem berichtet, haben sich die Kongolesen vermehrt in das benachbarte Sambia in Sicherheit gebracht. 3.360 Menschen strömten seit dem 30. August 2017 in den Staat, der größte Anstieg seit fünf Jahren. Die meisten dieser Flüchtlinge kommen aus den Regionen des nördlichen Katanga und Tanganyika in der DR Kongo.

Die Menschen berichten von den tagtäglichen brutalen Vergewaltigungen, die an Frauen begangen werden, wie Zivilisten getötet, Häuser angezündet werden und ihr Eigentum rücksichtslos gestohlen wurde. All das erlebten sie, bevor sie die Grenze zu Sambia erreichten. „Der Mangel an Straßen und die langen Distanzen … machen es schwer, die Situation zu überblicken und Hilfe für sie in Form von Betreuung zu organisieren“, sagt UNHCR-Sprecher Andrej Mahecic.

60 Prozent der Ankömmlinge in Sambia sind Kinder, die mit Anzeichen von Mangelernährung, Dysenterie (bakterielle Darminfektion), Atemwegsbeschwerden und Hautinfektionen die Grenze überqueren.

Die gesamte Zahl der Flüchtlinge in Sambia steigt demnach auf rund 27.300 Menschen. Ein Großteil dieser Leute wird 90 Kilometer weit weg von der Grenze zum Kenani-Transit-Zentrum in „Nchelenge District“ gebracht, wo sie umfangreich versorgt werden. Einige jedoch bleiben freiwillig nahe der Grenze, um auf ihre Familien zu warten, damit diese sich mit ihnen auf den Weg machen können. Ein gefährliches Unterfangen. 1) Mail & Guardian: DR Congo violence pushes thousands into Zambia; 05.10.2017

In der nahen Vergangenheit überquerten die Geflüchteten auch zunehmend die Grenze zu Angola. 300 bis 500 Personen passieren sie dort tätglich, um sich in Sicherheit zu bringen. Insgesamt gibt es laut UNHCR rund vier Millionen Flüchtlinge im Kongo, und es werden immer mehr. 2) Taz.de: Kasai-Konflikt im Kongo: Flüchtlingselend im Diamantengebiet; 09.06.2017 3) Orf.at: Bereits vier Millionen Flüchtlinge im Kongo; 27.08.2017

Das UNHCR hilft derzeit der sambischen Regierung und dem Sambischen Roten Kreuz, warme Mahlzeiten und die Grundausstattung wie Zelte, Moskitonetze, Plastikplanen und Hygieneartikel zu verteilen. Helferinnen und Helfer unterstützen die Überlebenden von sexueller Gewalt zugleich mit einer psycho-sozialen Betreuung.

Das Flüchtlingshilfswerk bestätigte zudem, dass die Arbeiten an einer zweiten Transit-Einrichtung bereits begonnen haben, damit mehr Platz für die Flüchtlinge zur Verfügung stehen kann. 4) Mail & Guardian: DR Congo violence pushes thousands into Zambia; 05.10.2017

Insbesondere der Konflikt im Kivu wird durch unsere Nachfrage nach den neuesten iPhones, Smartphones, iPads sowie allen anderen technischen Geräten mitfinanziert. Denn die DR Kongo beherbergt die besten und seltensten Erden weltweit. Das führt unter anderem viele Unternehmen von westlichen Industriestaaten dorthin, um vor allem den Rohstoff „Coltan“, auch das schwarze Gold genannt, abzubauen, um es später in die betriebsfähigen Geräte zu implementieren. Aus „Coltan“ wird dafür das für heute erst einmal unersetzliche „Tantal“ gewonnen, welches auch in Implantaten vorzufinden ist und für die Chirurgie, den Fernseher und die Notebooks unverzichtbarer Bestandteil geworden ist.

Da 94 Prozent aller Deutschen ein Handy besitzen und es weltweit in etwa so viele Handys gibt wie Menschen, ist es durchaus wahrscheinlich, dass an den Händen von jedem Handy-Besitzer Blut klebt. 5) Mobilegeeks.de: Smartphone-Käufe finanzieren die Rebellen im Kongo / Coltan: An fast all unseren Smartphones klebt Blut; 21.09.2015

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Fußnoten und Quellen:   [ + ]

Arystarkh / earthlink

Ich bin der Arystarkh, 20 Jahre alt und engagiere mich freiwillig bei earthlink e.V. Ich will etwas für meine persönliche Entwicklung unternehmen und Menschen über Geschehnisse weltweit informieren. Darum mache ich den Bundesfreiwilligendienst.

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