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Honduras: Multinationale Großkonzerne vertreiben Indigene von ihrem Land

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 Proteste der Einheimischen anlässlich der Ermordung von Berta Cáceres |  Bild: © Comisión Interamericana de Derechos Humanos [CC BY 2.0]  - Flickr

Proteste der Einheimischen anlässlich der Ermordung von Berta Cáceres | Bild: © Comisión Interamericana de Derechos Humanos [CC BY 2.0] - Flickr

Honduras: Multinationale Großkonzerne vertreiben Indigene von ihrem Land

Vergangenen Donnerstag jährte sich nun zum ersten Mal der Todestag der Menschenrechtsaktivistin Berta Cáceres Flores, welche in ihrem Haus in La Esperanza in Honduras von zwei Unbekannten ermordet wurde. 1) Amerika 21:Internationale Experten beraten im Mordfall Berta Cáceres in Honduras; Artikel vom 14.11.16 Cáceres steht dabei als ehemalige Generalkoordinatorin insbesondere für die Ziele der COPINH, einer Organisation zum Schutz der einheimischen honduranischen Bevölkerung sowie zur Verhinderung von Megaprojekten, welche meist mit enormem Landankauf ausländischer Firmen einhergehen. 2) Truthout:Land Grabbing Is Killing Honduras‘ Indigenous Peoples; Artikel vom 10.04.16 Diese Aneignung von Land, speziell agrarisch nutzbarer oder ressourcenreicher  Flächen durch kapitalstarke Akteure, wird als land grabbing bezeichnet. Eine gewichtige Folge dessen ist verstärkte Gewalt gegen die einheimische Bevölkerung, welche das Land über Generationen hinweg besiedelte und bestellte. 3) Truthout:Land Grabbing Is Killing Honduras‘ Indigenous Peoples; Artikel vom 10.04.16

In Honduras ist diese Entwicklung insbesondere problematisch, weil das Land starke Defizite im Bereich der Bekämpfung und Verfolgung von Verbrechen aufweist und oft Straflosigkeit herrscht. 4) Auswärtiges Amt: Honduras – Innenpolitik; Stand vom 06.03.17 So wird die indigene Bevölkerung immer häufiger von externen Investoren gewaltsam von ihrem angestammten Land vertrieben, ihrer kulturellen Identität entrissen und damit ihrer Autonomie beraubt, ohne dass dieses Vorgehen geahndet wird. 5) Truthout:Land Grabbing Is Killing Honduras‘ Indigenous Peoples; Artikel vom 10.04.16 Das Zusammenspiel von Landbesitz und Macht, wovon der moderne Kapitalismus geprägt zu sein scheint, schädigt also vor allem diejenigen, die auf Subsistenzwirtschaft und einen nachhaltigen Umgang mit  Land angewiesen sind. 6) Truthout:Land Grabbing Is Killing Honduras‘ Indigenous Peoples; Artikel vom 10.04.16

Diesem Trend wurde in Honduras durch das 1992 erlassene „Law of Agrarian Modernization“ zusätzlich der Weg geebnet.  7) Council on Hemispheric Affairs:Human Rights Violations in Honduras: Land Seizures, Peasants’ Repression, and the Struggle for Democracy on the Ground; Artikel vom 07.03.14 Ziel war es, durch eine Abkehr von vornehmlich staatlichem Landbesitz einen verstärkten Landerwerb durch die einheimische Bevölkerung zu erreichen. Dies schlug jedoch fehl, da sich viele verarmte Kleinbauern zum Verkauf ihres Landes an transnationale Unternehmen entschlossen, wodurch ausgedehnte Flächen den profitorientierten Großkonzernen zufielen. 8) Council on Hemispheric Affairs:Human Rights Violations in Honduras: Land Seizures, Peasants’ Repression, and the Struggle for Democracy on the Ground; Artikel vom 07.03.14 Doch auch ohne die Zustimmung der lokalen Bevölkerung erwarben diese Firmen weite Teile honduranischen Landes. So können Großprojekte wie die Anlage von mächtigen Plantagen für Palmöl, der Bau von Staudämmen oder gewaltige Touristenressorts insbesondere vor dem Hintergrund der bestehenden  Straflosigkeit  und Gewalt bequem verwirklicht werden. Dies wiederum führt jedoch dazu, dass oft Land veräußert wird, welches ursprünglich der  honduranischen Bevölkerung zugedacht und nicht zum Verkauf vorgesehen war. 9) Truthout:Land Grabbing Is Killing Honduras‘ Indigenous Peoples; Artikel vom 10.04.16

Befeuert wird diese Entwicklung zudem von der zunehmenden Verwendung von Bio-Kraftstoffen, welche Monokulturen in großem Stil und damit auch die Vertreibung der lokalen Bevölkerung fördern. 10) Council on Hemispheric Affairs:Human Rights Violations in Honduras: Land Seizures, Peasants’ Repression, and the Struggle for Democracy on the Ground; Artikel vom 07.03.14 Ein eindrucksvolles Beispiel für diese Dynamik stellt im Fall Honduras etwa der Palmölkonzern Dinant dar. 11) Truthout:Land Grabbing Is Killing Honduras‘ Indigenous Peoples; Artikel vom 10.04.16 Dieser kaufte einen Großteil des Landes in der Region Aguán auf und wurde dabei auch mit roher Gewalt gegen die dort ansässigen Menschen in Verbindung gebracht. 12) Truthout:Land Grabbing Is Killing Honduras‘ Indigenous Peoples; Artikel vom 10.04.16 13) Council on Hemispheric Affairs:Human Rights Violations in Honduras: Land Seizures, Peasants’ Repression, and the Struggle for Democracy on the Ground; Artikel vom 07.03.14 Nur unter Beihilfe diverser Menschenrechtsorganisationen konnte später ein Deal ausgehandelt werden, welcher jedoch den Rückkauf des von Dinant erworbenen Landes durch die oftmals nur über wenige Mittel verfügende, indigene Bevölkerung zu handelsüblichen Preisen vorsah. 14) Truthout:Land Grabbing Is Killing Honduras‘ Indigenous Peoples; Artikel vom 10.04.16

Als Resultat dessen ergibt sich eine enorm ungleiche Verteilung von Land und natürlichen Ressourcen, wie sie auch für Lateinamerika und viele karibische Staaten typisch ist. 15) Oxfam: Landrechte in Honduras zu verteidigen ist lebensgefährlich; Artikel vom 03.03.17 Dabei kommt es durchaus vor, dass ein Prozent an Großkonzernen etwa genauso viel Fläche besitzt, wie die restlichen 99 Prozent der einheimischen Bevölkerung eines Staates. 16) Oxfam: Landrechte in Honduras zu verteidigen ist lebensgefährlich; Artikel vom 03.03.17

Mit ihrem Engagement zum Schutz von Mensch und Umwelt stehen die Mitglieder von Organisationen wie der COPINH – ebenso wie die einheimische Bevölkerung – der Idee einer gewinnorientierten Gesellschaft im Wege, welche Kapital und Ertrag über alles andere stellt. 17) Truthout:Land Grabbing Is Killing Honduras‘ Indigenous Peoples; Artikel vom 10.04.16 Der Mord der Menschenrechtsaktivistin Berta Cáceres macht jedoch deutlich, dass dieser Einsatz durchaus bedrohliche Folgen haben kann. Und so führen profitorientierte multinationale Unternehmen zusammen mit einem schwachen Rechtssystem zur heutigen Realität in Honduras, aber auch in zahlreichen Ländern Afrikas, Lateinamerikas oder der Karibik: Unschuldige Menschen der eingeborenen Bevölkerung werden ihres Landes beraubt, vertrieben und ihres Lebens bedroht. 18) Council on Hemispheric Affairs:Human Rights Violations in Honduras: Land Seizures, Peasants’ Repression, and the Struggle for Democracy on the Ground; Artikel vom 07.03.14

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Fußnoten und Quellen:   [ + ]

Verena / earthlink

Ich studiere Politik- und Verwaltungswissenschaften im Master und bin nun für 6 Wochen Praktikantin bei Earthlink. Ich freue mich besonders mich in dieser Zeit intensiv mit aktuellen entwicklungspolitischen Themen zu beschäftigen und mich hierfür sozial zu engagieren.

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