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Massentourismus trocknet die Welt aus

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Hotelanlage in Bali  Bild: ©  Simon Clancy [CC BY 2.0]  - flickr.com

Bild: © Simon Clancy [CC BY 2.0] - flickr.com

Massentourismus trocknet die Welt aus

Schon lange verreisen Menschen zur Erholung in andere Länder. Mit der Entstehung des Massentourismus reisen jedoch immer mehr Menschen in den Ferien immer schneller und weiter. Jährlich gibt es bis zu 700 Millionen grenzüberschreitende Touristen und zusätzlich etwa 2,3 Milliarden Binnentouristen. Immer mehr Reiseunternehmen werben mit Ökotourismus, sanftem oder umweltfreundlichem Tourismus, tatsächlich ist dies jedoch oft mehr Schein als Sein. 1) Bpb: Die dunklen Seiten des globalisierten Tourismus; veröffentlicht am 26.5.2002

Tourismus schadet der Umwelt und wirkt sich häufig negativ auf die soziale, ökologische und ökonomische Situation in ärmeren Ländern aus. Urlauber aus Industrienationen nutzen Billigangebote, um ein paar Tage in einem exotischen Land genießen zu können, und stellen ihr privates Vergnügen über das Wohlergehen der einheimischen Bevölkerung. Dabei werden oft der Kohlendioxydausstoß eines Flugzeuges und die Umwelt vergessen. Von großen Unternehmen werden die Folgen des Tourismus verschwiegen und die Auswirkungen der Urlauber für andere Länder werden vernachlässigt. Besonders gravierend ist meist der Wasserverbrauch in vielen Erholungsgebieten. 2) Bpb: Die dunklen Seiten des globalisierten Tourismus; veröffentlicht am 26.5.2002

Wasser ist ein Menschenrecht. Jedem sollte der uneingeschränkte Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglicht werden. Dennoch wird in der Touristenbranche einigen wenigen Wasser im Überfluss gewährt und unzähligen anderen vorenthalten. Noch vor weniger als zehn Jahren, vor dem Phänomen des Massentourismus, waren die Urlauber genügsam und keine Müll- und Wasserverschwender. Das Wasser heute wird nicht nur als Trinkwasser genutzt, sondern auch für die Küche, die Wäsche, Toiletten, Schwimmbäder oder zur Bewässerung der Parkanlagen. 3) TourismConcern: Water Equity in Tourism; Veröffentlicht am 16.09.2014 , 4) GlobalWaterForum: Tourism and water: Interrelationships and management; veröffentlicht am 16.07.2013

Bali trifft die Folgen des Tourismus besonders schlimm. Jahrelang wurden die vorhandenen Wasserreserven übernutzt, um riesige Ferienanlagen mit Süßwasser zu versorgen. Durch den sinkenden Grundwasserspiegel kann Salzwasser eindringen und die Wasserqualität um ein Vielfaches verschlechtern. Zudem leidet etwa ein Drittel der Bevölkerung in Bali unter austrocknenden Brunnen. Bis zu 65 Prozent des Süßwassers auf der Insel  insgesamt wird für die Urlauber verwendet. Das Land erwirtschaftet jedoch bis zu 80 Prozent seiner Einnahmen durch den Tourismus und kann darum nicht auf ihn verzichten. 5) TourismWatch: Wasserknappheit in Bali; veröffentlicht am 09.2013

Die weltweite Übernutzung führt zu großen Mengen an verschmutztem Wasser und zu Wasserknappheit für die ansässige Bevölkerung. Urlauber neigen dazu, mehr Wasser zu verbrauchen als unter normalen Umständen. So kann eine Person am Tag im Urlaub bis zu 440 Liter Wasser benutzen oder verschmutzen. Der normale Wasserverbrauch in Deutschland liegt aber bei etwa nur 120 Liter Wasser am Tag. 6) GDRC: Environmental Impacts of Tourism; Stand vom 06.12.2016 , 7) Verivox: Wasserverbrauch; Stand vom 06.12.2016

Auch die vielen Golfplätze bedrohen die Wasserreserven, da allein ein Platz in einem tropischen Land etwa so viel Wasser wie 60.000 Landbewohner verbraucht. 8) GDRC: Environmental Impacts of Tourism; Stand vom 06.12.2016 In immer mehr Ländern werden riesige Golfanlagen eröffnet, dabei spielt es keine Rolle, ob in der Wüste oder anstelle von ehemaligen Wäldern. Kleinbauern werden vertrieben, Wälder werden abgeholzt, das Trinkwasser der lokalen Bevölkerung wird verbraucht und verschmutzt und die Umwelt wird mit Müll und Pestiziden verseucht. 9) Bpb: Die dunklen Seiten des globalisierten Tourismus; veröffentlicht am 26.5.2002

Tourismus kann ganze Regionen zerstören. Während die lokale Bevölkerung kein Wasser zum Trinken oder zur Bewässerung der Felder zur Verfügung hat, haben die Hotelanlagen nebenan riesige Golfplätze, Schwimmbäder, kurz: alles, was sich die Urlauber nur wünschen können. Es gibt verschiedene Wege, die Schäden des Massentourismus einzugrenzen, beispielsweise mit einer nachhaltigen Wasserwirtschaft in Trockenperioden, dem Sammeln von Regenwasser zur Bewässerung der Felder und mit der Nutzung effizienterer Waschmaschinen und Trockner. Der sicherste Weg der Verschwendung vorzubeugen ist jedoch die Vermeidung von Massenerholungsgebieten und insgesamt dem Massentourismus. 10) HuffingtonPost: Tourism&Water: Protecting our Common Future; veröffentlicht am 26.11.2013

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Fußnoten und Quellen:   [ + ]

Lotta Reineke

Ich studiere Politik und Gesellschaft an der KU in Eichstätt. Ich bin sehr interessiert an Umweltpolitik, dem Nahen Osten und internationalen Zusammenhängen von Konflikten.

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