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Desertifikation und Hunger – Klimawandel treibt Menschen in die Flucht

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 Vertrockneter Boden |  Bild: ©  Björn Láczay [CC BY-SA 2.0]  - flickr

Vertrockneter Boden | Bild: © Björn Láczay [CC BY-SA 2.0] - flickr

Desertifikation und Hunger – Klimawandel treibt Menschen in die Flucht

Es gibt viele unterschiedliche Ursachen für Desertifikation. Entscheidend ist aber, dass sie vor allem durch menschliches Handeln ausgelöst wird. Auf unterschiedlichste Weise beuten wir die natürlichen Resso. Eine Fläche dreieinhalb Mal so groß wie Europa ist davon schon betroffen. Die 50 am wenigsten entwickelten Länder haben damit zu kämpfen. Daran sind allerdings nicht nur die Menschen in den betroffenen Regionen Schuld, sondern auch die Industrieländer. 1) desertifikation: Was ist Desertfikation?; Stand vom 4.11.16

Doch was versteht man eigentlich unter Desertifikation? Der Begriff leitet sich vom lateinischen „desertus facere“ ab, was übersetzt so viel bedeutet wie „verwüsten“ oder „wüstmachen“. Und genau das trifft den Sachverhalt, da es meist eine Konsequenz menschlicher Ausbeutung ist.  Es bezeichnet aber nicht nur die Ausbreitung der Wüste oder die Entstehung Dürren. Während eine Dürre reversibel ist, also betroffene Regionen mit genügend Wasser wieder ergrünen können, ist eine Desertifikation nicht mehr rückgängig zu machen. 2) scinexx: Mehr als nur Ausbreitung der Wüsten…; nicht mehr verfügabr

Schuld sind vor allem die klimatischen Veränderungen. Ursachen für die Klimaerwärmung liegen zum großem Teil am Menschen: am Roden der Regenwälder sowie an hohen Kohlenstoffdioxidemissionen durch Autos und die Industrie. Aber das große Problem ist, dass sich der Mensch in der Bewirtung seiner Felder nicht an die Umstände angepasst hat. Bei Überbeanspruchung des Ackerlandes kann sich der Boden nicht mehr regenerieren. Aufgrund des Bevölkerungswachstums vieler Länder werden die Brachperioden, die Zeiträume, in denen der Acker nicht bepflanzt wird, immer kürzer. Falsche Bewässerungsmethoden führen dazu, dass der Boden versalzt oder versumpft. Überweidung und nicht angepasste Landmaschinen zerstören die Struktur des Bodens. Er kann nicht mehr genutzt werden und mit der Zeit bildet sich die Wüste. 3) scinexx: Ist das problem „hausgemacht“?; nicht mehr verfügbar

Viele Entwicklungsländer, die davon betroffen sind, sind dem Ausland gegenüber oft stark verschuldet. Sie können die Zinsen und Tilgungsleistungen nur zahlen, wenn sie die Exporte steigern. Deshalb müssen sie am Schutz der Ressourcen sparen. Freihandelsabkommen tragen dazu bei. Oft werden die besten Flächen den Kleinbauern entzogen und für „cash crops“ verwendet, die ausschließlich für den Export gedacht sind. Die Bevölkerung muss schlechtere Regionen bewirten, die so umso mehr ausgelastet werden.

Viele Länder wie Mali, die Elfenbeinküste, oder Kenia verfügen zudem kaum über mineralische Rohstoffe und können so auch keine Fertig- oder Halbfertigwaren vermarkten. Um ihre Schulden zu begleichen, holzen sie zusätzlich ihre tropischen Wälder ab. 4) scinexx: Von Bodenrechten, Geld und Schulden; nicht mehr verfügbar Die Zerstörung von Baumbeständen begünstigt die Desertifikation ebenfalls, denn sie nimmt dem Boden den Schutz vor Wind- und Wassererosionen. Zusätzlich sinkt durch die Umleitung von Flüssen zu Industriegebieten der Grundwasserspiegel. So stirbt die Vegetation ab, da sie mit ihren Wurzeln das Wasser nicht erreichen kann. Die Felder sind nicht mehr ertragbar. 5) scinexx: Ist das problem „hausgemacht“?; nicht mehr verfügbar

Die Schulden zwingen die Menschen dazu, ohne Rücksicht auf ihre Ressourcen Landwirtschaft für den Export zu betreiben. Die Bevölkerung selbst kann sich mit der Subsistenzwirtschaft auf den kargen Böden nicht mehr ernähren und mit dem Bevölkerungswachstum vergrößern sich auch Armut und Hunger. Das stellt einen potenziellen Fluchtgrund dar.

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Fußnoten und Quellen:   [ + ]

Zoë / earthlink

Ich bin Zoë und habe dieses Jahr die Schule mit dem Abitur beendet. Vor meinem Studium möchte ich mich hier sozial engagieren und mehr über entwicklungspolitische Hintergründe erfahren. Als Bundesfreiwillige freue ich mich earthlink für 6 Monate begleiten zu dürfen!

1 Kommentar
  • gelanteman
    Veröffentlicht um 17:53h, 01 März Antworten

    Dann ist ja so gesehen die gesamte Weltbevölkerung mit daran schuld, dass immer mehr Mensche sterben werden/ müssen, dort, wo es schon zu wenige Resourcen vorhanden sind. Sind wir doch mal alle erhlich, jedem Menschen gefällt doch auf einer ziemlich ironisch/ sardistischen Art und Weise doch das, was auf diesem Planeten abgeht. Und letztendlich profitiert jeder, welcher satt wird von diesem System… ;)

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