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Neokoloniales Verhalten blockiert Aufklärungs- und Hilfsprojekte

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 Frauen in Ruanda  |  Bild: © Marc Ben Fatma [CC BY-NC-ND 2.0]  - Flickr

Frauen in Ruanda | Bild: © Marc Ben Fatma [CC BY-NC-ND 2.0] - Flickr

Neokoloniales Verhalten blockiert Aufklärungs- und Hilfsprojekte

Armut ist ein grundlegendes Problem in den momentanen Fluchtländern. Dies kann durch verschiedene Faktoren wie beispielsweise durch Ausbeutung, schlechte wirtschaftliche Situationen oder Folgen des Klimawandels bedingt sein. 1) der Freitag: Weshalb fliehen Menschen? – veröffentlicht am 03.09.2015 Besonders geprägt von Armut sind ländliche Regionen. Dort mangelt es häufig an Bildungsmöglichkeiten oder Infrastruktur, die für einen wirtschaftlichen Aufschwung nötig sind. Die Menschen dieser Gebiete sind extrem abhängig von natürlichen Ressourcen und dem Profit aus der Landwirtschaft. Besonders Frauen sind in ländlichen Gebieten häufig sehr schlecht gestellt. Obwohl ländliche Frauen laut den Vereinten Nationen über ein Viertel der Weltbevölkerung und ca. 43 Prozent der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte ausmachen, sind sie häufig in einem traditionellen Familienbild gefangen. Der Direktor der Woman Empowerment Mobilisation des National Women Councils Anselme Rurangwa erklärt, dass Frauen in Entwicklungsländern häufig sowohl für den Haushalt, die Familie als auch die Felder zuständig sind. Es bleiben ihnen wenige Chancen, sich weiterzubilden und wirtschaftlich aufzusteigen. 2) allAfrica: Africa: What Does the Future Hold for the Rural Woman – nicht mehr verfügbar

Der National Women Council setzt sich für diese Frauen ein und möchte Lösungen für Frauen im landwirtschaftlichen Bereich afrikanischer Länder bieten. Er setzt auf die Mobilisierung der Frauen durch Gesprächsmöglichkeiten und Diskussionsrunden, bei denen über Bildungsmöglichkeiten und individuelle Rechte diskutiert wird. Auch Männer sind bei diesen  Gesprächen willkommen. In der Theorie sollen sich eine gesunde Ehe und eine allgemeine Aufklärung der Frau positiv auf andere Probleme wie die Schulbildung oder eben auch die Wirtschaft auswirken. 3) allAfrica: Africa: What Does the Future Hold for the Rural Woman – nicht mehr verfügbar Vor allem in Ruanda, dem ehemalig ärmsten Land in Afrika, hat sich die Förderung der Frauen in der Landwirtschaft bewährt. Inzwischen betreiben Frauen selbst Aufklärung und beteiligen sich an der Vermittlung zwischen den Tutsi und den Hutu. 4) GEO: Ruanda, Land der Frauen – zuletzt aufgerufen am 20.10.2016

Solche Projekte könnten eine Möglichkeit sein, Probleme zu lösen, die Menschen in die Armut oder sogar in die Flucht treiben. Allerdings wird den Frauen in der Landwirtschaft immer wieder ein Stein in den Weg gelegt. Die europäischen Mitgliedsstaaten und die nordamerikanischen Länder betreiben weiterhin ein neokoloniales Verhalten gegenüber den afrikanischen Ländern, um sich selbst zu bereichern. Durch unfaire Freihandelsabkommen werden „die Produkte afrikanischer Staaten kaum international wettbewerbsfähig“ gemacht. 5) der Freitag: Weshalb fliehen Menschen? – veröffentlicht am 03.09.2015 Dadurch fällt es den lokalen Bauern unglaublich schwer, ihre Waren zu Preisen zu verkaufen, die für ihr Überleben notwendig sind. Sie können mit den billigen importierten Massenwaren nicht mithalten, wodurch die Industrien vieler afrikanischer Länder immens geschädigt werden. 6) der Freitag: Weshalb fliehen Menschen? – veröffentlicht am 03.09.2015

Und genau das ist ein Problem. Auf der einen Seite wird u.a. von Seiten der USA und der EU immer wieder gefordert, Aufklärungs- und Förderprojekte für Frauen in Ländern wie Ruanda zu organisieren. Diese vielen Projekte sollen ihre Stellung verbessern und ihnen ein sichereres Leben bieten, um u.a. Unzufriedenheit und damit verbundene Konflikte zu vermeiden. Eben diese Ursachen, die Menschen in die Flucht treiben. In diesem Rahmen fließen jährlich immense Spendengelder in Aufklärungsprojekte und Entwicklungshilfe. Doch gleichzeitig wird von eben diesen Geldgebern eine tatsächliche Entwicklung in der Landwirtschaft unterdrückt. Florence Numukobwa, eine Bewohnerin des Dorfes Gahini in Ruanda, erzählt, dass sie und ihr Mann an Diskussionsrunden teilgenommen haben und inzwischen gleichberechtigt ihre Landwirtschaft betreiben. Allerdings stehen ihnen immer wieder Handelsbarrieren im Weg, um ihre wirtschaftliche Situation zu verbessern. Emanzipation kann sich durchaus positiv auf die Wirtschaft auswirken. Aber ebenso behindert eine unterdrückende, die Armut fördernde Ökonomie die Entwicklung der Frauenrechte. Und dadurch wird ein wirtschaftlicher Aufstieg verhindert und Armut nicht bekämpft. Und letztendlich werden damit Fluchtgründe aufrechterhalten. 7) allAfrica: Africa: What Does the Future Hold for the Rural Woman – nicht mehr verfügbar

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Fußnoten und Quellen:   [ + ]

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Ich habe gerade meinen Bachelor in Ethnologie mit Nebenfach Rechtswissenschaften abgeschlossen. Mein Studium habe ich gewählt, weil mich völkerrechtliche Probleme in unserer globalen Welt interessieren. Ich freue mich, bei EarthLink die nächsten zwei Monate jede Menge über aktuelle Themen zu lernen.

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