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Indien: Sandraub begünstigt Naturkatastrophen und könnte Fluchtwellen auslösen

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Bagger am Strand  Bild: ©  Iwan Gabovitch [CC BY 2.0]  - flickr

Bild: © Iwan Gabovitch [CC BY 2.0] - flickr

Indien: Sandraub begünstigt Naturkatastrophen und könnte Fluchtwellen auslösen

Sand wird knapp. Aber wie kann das sein? In Afrika breitet sich die Sahara durch Desertifikation immer weiter nach Süden aus und weltweit gibt es Strände. Dennoch ist Sand einer der kostbarsten Rohstoffe weltweit. Wer bauen will, braucht Sand. Beton besteht zu 40 Prozent aus Küsten- oder Meeressand. Der Wüstensand ist für die Verarbeitung zu Beton unbrauchbar, da die Körner zu rund in ihrer Struktur sind und nicht aneinander haften. Folglich werden Strände vernichtet, an denen sich nicht die Touristen tummeln, sondern die Einheimischen leben.

Die Vereinten Nationen schätzen den jährlichen Verbrauch von Sand auf 40 Milliarden Tonnen. Denn der körnige Rohstoff steckt nicht nur in Beton. Glas, Asphalt, Plastik, Shampoo, Klebstoff, Farben, Mikroprozessoren: Überall ist Sand enthalten. Deutschland reguliert den Abbau, aber Länder wie China oder Indien saugen mit großen Pumpen vom Boot aus den Sand vom Meeresboden ab.

Mumbai ist eine der Städte, die in den letzten Jahren zu einer Megametropole heranwuchs. Noch vor wenigen Jahren gab es in Teilen dieser Stadt nur Fischerdörfer und Mangrovenwälder. Durch den Bauboom stieg der Sandverbrauch immens an und ließ den Sandraub zu einem immer lukrativeren Geschäft werden. Eine Inderin erzählt von einer Übernachtung in ihrem Ferienhaus. Mitten in der Nacht schreckte sie von den Motorengeräuschen der Bagger auf – am nächsten Morgen sah sie die tiefen Löcher, welche in den Strand gegraben worden waren. Die „Sand-Mafia“ in Indien stiehlt den Sand von den Stränden und ist inzwischen die mächtigste kriminelle Organisation des Landes. 1) Zeit: Wie Gold am Meer; „Die Sand-Mafia ist die mächtiste kriminelle Organisation unseres Landes“; Seite 4; Artikel vom 28.08.2014

Am Rand von Mumbai befindet sich eine lange Bucht, in der hunderte Boote liegen. Dort wird Sand aus der Tiefe des Meeres gefördert und abtransportiert. 2) Zeit: Wie Gold am Meer; In Indien präsentieren die Behörden konfiszierten Sand wie einen Kokainfund; Seite 5; Artikel vom 28.08.2014    Ebenso werden in Flüssen und Seen Taucher eingesetzt, die den Rohstoff an die Oberfläche bringen sollen. Bis zu 15 Meter tief und ohne Hilfsmittel müssen sie in die Tiefe. Dort füllen sie einen großen Eimer mit Sand, der von anderen an die Oberfläche gezogen wird. Bis zu 200 Mal in einer Schicht müssen die Arbeiter abtauchen, darunter auch Kinder. Immer öfter kommt es zu Todesfällen. Der illegale Sandabbau in Indien bringt gute Gewinne. Es werden nur LKWs und Taucher oder Bagger benötigt und der Profit ist enorm. Abbaulizenzen können nur durch die lokalen Regierungen vergeben werden, aber diese beteiligen sich oft selbst an dem Geschäft. 3) Deutschlandradiokultur: Das Milliardengeschäft mit dem Sandraub; Der Sandabbau wird in Indien zum Umweltproblem; Artikel vom 25.10.2014

Die ökologischen Folgen des Abbaus sind verheerend: Durch das Absaugen des Sandes im Meer wird der Lebensraum vieler Tiere und Mikroorganismen zerstört. Korallenriffe und Fischarten sterben aus. Zudem sind Strände wichtig für die Küstenstreifen um vor Überschwemmungen und Tsunamis zu schützen. 4) BR: Wenn der Strand abgesaugt wird; Rohstoff Sand; Artikel vom 10.06.2014 Menschen, die sich an der Küste ansiedelten, können dort nicht mehr länger überleben, da der Meeresspiegel immer weiter ansteigt. Zudem schiebt sich der Strand auf natürliche Weise durch die Wellen etwas weiter nach oben, um die Kraft des Meeres zu absorbieren. Wird nun der Rand der Küste bebaut, rutscht der Sand ab und die Wellen können nicht mehr gebremst werden. Durch zusätzliches Abpumpen des  Sandes im Meer schwinden die schützenden Strände immer weiter. 5) Netzfrauen: Unterschätzter Rohstoff – Sand – Die weltweiten Sandvorkommen werden knapp; Artikel vom 02.06.2016

Fischern und Bewohnern der Küsten wird so der Lebensraum genommen. Tsunamis und Überschwemmungen stellen eine zunehmende Bedrohung für die Menschen dar. Abwanderung könnte eine Folge sein.

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Fußnoten und Quellen:   [ + ]

Lorina Wieser

Ich habe letztes Jahr mein Abi gemacht und interessiere mich für internationale Zusammenhänge und soziales Engagement. Ich möchte in verschiedene Berufe Einblick erhalten und deswegen freue ich mich EarthLink das nächste halbe Jahr als Bundesfreiwillige unterstützen zu können!

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