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Gewinne wichtiger als Menschenwürde – Ausbeutung von Immigranten in Europa

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migrant worker field Besonders in der Landwirtschaft werden Immigranten unter inakzeptablen Bedingungen beschäftigt. |  Bild: © CC-BY - Wikimedia Commons

Besonders in der Landwirtschaft werden Immigranten unter inakzeptablen Bedingungen beschäftigt. | Bild: © CC-BY - Wikimedia Commons

Gewinne wichtiger als Menschenwürde – Ausbeutung von Immigranten in Europa

Arbeit in Afrika zu finden – für viele Menschen ist das sehr schwierig. Die Arbeitslosenquote im Senegal etwa lag 2014 bei zehn Prozent, das ist doppelt so hoch wie in Deutschland. 1) bmz.de: Senegal – Stand: 20.05.2016   Die Bevölkerung des westafrikanischen Staates ist sehr jung, etwa die Hälfte aller Einwohner ist unter 18 Jahre alt. 2) focus-migration.hwwi.de: Senegal – Stand: 20.05.2016   Es können bei Weitem nicht so viele Jobs geschaffen werden, wie benötigt.

Auch in Ghana verdienen Menschen im Durchschnitt nur 1.590 US-Dollar jährlich. 3) bmz.de: GhanaStand: 20.05.2016   Der afrikanische Kontinent ist zwar reich an Rohstoffen, doch sie werden kaum in Afrika verarbeitet. In der verarbeitenden Industrie könnten viele Arbeitsplätze geschaffen werden, doch Großkonzerne exportieren die Rohstoffe lieber nach Asien, um dort Produkte herstellen zu lassen. Hinzu kommt der massive Landraub, unter dem die lokale Bevölkerung leidet: Konzerne kaufen Ackerland im großen Stil, um darauf billige Lebensmittel für Europa und Nordamerika anzubauen oder energiereiche Pflanzen für die Herstellung von Biokraftstoff. 4) wienerzeitung.at: Afrika blutet unter „gewissenloser Ausbeutung“ aus – Artikel vom 18.06.2013

Angesichts dieser Umstände verwundert es kaum, dass sich Menschen aus der Subsahara nach Europa aufmachen, um hier zu arbeiten und mit dem verdienten Geld ihre Familien zu Hause unterstützen. Doch in Europa werden sie behandelt wie Sklaven. Unter menschenunwürdigen Bedingungen müssen Immigranten hier schuften – zum Beispiel in der Landwirtschaft.

Ein Beispiel von vielen ist die Produktion von Olivenöl in Italien. Im Südwesten Siziliens etwa wird die Sorte Nocellara angebaut. Damit das daraus gewonnene Öl in europäischen Supermärkten günstig verkauft werden kann, muss an Personalkosten bei der Ernte gespart werden – so werden afrikanische Arbeiter ausgebeutet. Nur ein Drittel von ihnen ist offiziell angestellt, die anderen arbeiten schwarz. Die Menschen erhalten nur 50 Euro am Tag als Lohn, für mehr als neun Stunden körperlich sehr harter Arbeit. Schutzmaßnahmen für Augen und Hände fehlen komplett. Die Arbeiter schlafen in Zelten, sie haben kein warmes Wasser und müssen in Blechtonnen über Feuer kochen. 5) deutschlandfunk.de: Das Elend afrikanischer Olivenpflücker – Artikel vom 26.11.2015

Doch nicht nur in Italien sind die Zustände verheerend. In vielen Wirtschaftszweigen in ganz Europa ist Ausbeutung an der Tagesordnung. „Ausländische Arbeitnehmer haben in der EU ein ernsthaftes Risiko, ein Opfer von Arbeitsausbeutung zu werden“, berichtete eine Mitarbeiterin der EU-Grundrechteagentur FRAU im letzten Jahr. In Deutschland bereitet in dieser Hinsicht vor allem die Baubranche Sorgen. Europaweit sind inakzeptable Arbeitsbedingungen darüber hinaus in der Fischerei und der Forstwirtschaft sowie im Hotelgewerbe weit verbreitet. Genaue Zahlen sind aber kaum zu ermitteln, da diese menschenverachtenden Praktiken im Verborgenen geschehen. Viele Betriebe können nicht überprüft werden. Deshalb werden sie auch nicht strafrechtlich verfolgt.

Die FRA schlägt daher vor, ein Siegel einzuführen, dass Verbrauchern anzeigt, welche Produkte ohne Ausbeutung hergestellt wurden. Dieses müsste staatlich überwacht werden. 6) zeit.de: Ausbeutung in Europa weitverbreitet – Artikel vom 02.06.2015   So könnten europäische Betriebe ihre menschenverachtenden Praktiken nicht länger verschleiern – und die Konsumenten könnten Druck ausüben.

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