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Glencore: Der Rohstoffabbau und seine Opfer

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Bergbau Bergbau |  Bild: ©  Raluca Tudor - dreamstime

Bergbau | Bild: © Raluca Tudor - dreamstime

Glencore: Der Rohstoffabbau und seine Opfer

Vor zwei Wochen passierte es schon wieder. Als Folge des Einsturzes einer Seitenwand in der Katanga Mine im Kongo starben sieben Menschen. Der Schweizer Konzern Glencore besitzt hier 75 Prozent der Anteile. 1) mining-technology.com: Glencore ends search for seven missing miners at Katanga in Kongo – Stand 24.03.2016

Die Kupfer- und Kobaltmine hatte ihre Produktion schon im Herbst letzten Jahres eingestellt, um zu modernisieren. Die sieben Arbeiter, die dort nun vor ein paar Tagen ums Leben gekommen sind, waren für die Wartung der Produktionsstätte eingesetzt. Fast schon ein glückliches Ereignis für den Konzern, denn hätte dieser die Arbeit nicht eingestellt, wären wohl um einiges mehr Menschen ums Leben gekommen. Deutlich wird hier wieder einmal, wie sehr der Konzern sich um die Sicherheit und Gesundheit seiner Arbeiter kümmert. Nahezu gar nicht.

Nachdem der Konzern im Jahr 2013 ganze 26 Todesfälle zu verzeichnen hatte, schloss er sich im Mai 2014 dem „International Council on Mining and Metals“ an, mit dem großen Vorhaben, menschenrechtswürdiger vorzugehen. Weniger Arbeitsunfälle zu verursachen stand an erster Stelle. Beobachter der Entwicklungen, wie beispielsweise „Brot für alle“ sind skeptisch bezüglich der Fähigkeit und Entschlossenheit des Unternehmens, wirklich etwas zu verändern. 2) facing-finance.org: Altes Problem in neuen Kanälen – Glencore in der Demokratischen Republik Kongo – Stand 24.03.2016

Zu Recht, wie sich nun zeigt. Auch wenn sich die Arbeitsunfälle in Glencore-Produktionsstätten in den letzten Jahren verringern, ist das Unternehmen im Jahr 2016 nun wieder Spitzenreiter in der Häufigkeit von Todesfällen. Kein ruhmvoller Titel für Glencore.

Wieder einmal drückt Ivan Glasenberg, Vorsitzender des Schweizer Unternehmens, seine tiefe Trauer über das Geschehen aus. Nun werde verstärkt an der Sicherheit und Gesundheit der Arbeiter gearbeitet. Der Sprecher der London Mining Network, Andrew Whitmore, beschreibt die Sicherheits-, Gesundheits-, Umwelts- und sozialen Bedingungen als kaum vorhanden. Die profitgetriebene Kultur des Unternehmens macht es unmöglich, solche Vorhaben letztendlich in die Tat umzusetzen. 3) theguardian.com: Glencore reports seven dead in mining accident – Stand 24.03.2016

In der Katanga Mine werden Kobalt und Kupfer angebaut. Die Demokratische Republik Kongo ist der Staat mit der größten Kobaltförderung weltweit. 4) chemie.de: Cobalt – Stand 24.03.2016   Wegen seiner starken Hitzeresistenz wird der Stoff für spezielle Lacke und Farben, für die Batterie-Herstellung und für Legierungen in der Schwerindustrie verwendet. 5) doccheck.com: Cobalt – Stand 24.03.2016   Kupfer befindet sich in Stromkabeln, Generatoren, Motoren, Transformatoren und in Systemen zur Erzeugung erneuerbarer Energien. Auch für den Bausektor, die Automobilbranche, technische Geräte, Schlüssel und Münzen ist Kupfer essentiell und somit aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. 6) goldinvest.de: Eigenschaften und Verwendung von Kupfer – nicht mehr verfügbar Jedoch lässt der Standard des Abbaus zu wünschen übrig.

Darunter leiden nicht nur Arbeiter im Kongo, sondern weltweit. In Zambia kommt es durch die Minenarbeit zu einer Giftanreicherung der Gewässer, was wiederum zu Krankheiten der Bevölkerung führt. Durch den toxischen Regen werden die Ernten zerstört und in der ganzen Stadt Kankoyo riecht es nach Schwefel. Ein Großteil der Bevölkerung hat deshalb große Atemschwierigkeiten. Währenddessen ruhen sich die führenden Manager und Vorstände des Unternehmens auf ihrem Reichtum aus. Wegen der Intransparenz des Unternehmens wird ihnen unter anderem auch Steuerhinterziehung in den agierenden Ländern vorgeworfen. 7) thisismoney.co.uk: CITY FOCUS: The other face of Glencore mining that investors never see – Stand 24.03.2016

Dass trotz des gewaltigen Vorkommens an Rohstoffen 70 Prozent der kongolesischen Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze leben, liegt auch an dem Raubbau der Großkonzerne. 8) bpb.de: Fallstudie Demokratische Republik Kongo: Rohstoffreichtum, Armut und Konflikte – Stand 24.03.2016   Dass für unsere Alltagsprodukte Arbeiter unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten, muss nicht sein. Großkonzerne, wie etwa Glencore, verfügen über genug Geld und Macht, die Produktionsprozesse gut zu überwachen und die Sicherheit vor Ort zu erhöhen. Wenn sie denn wollen.

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