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Joseph Kony – Der Massenmörder in Zentralafrika

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Joseph Kony – Der Massenmörder in Zentralafrika

Kony 2012“, ein Video das um die Welt ging. Bis jetzt haben es mehr als 100 Millionen Menschen gesehen. Ins Leben gerufen von der NGO Invisible Children. Sinn der Aktion war es: der Welt vor Augen zu führen, wie grausam die „Lord’s Resistance Army“ (LRA), Gottes Widerstandsarmee, vorgeht und mit welchen Mitteln – Kindersoldaten.

Die LRA wurde 1987 von Joseph Kony gegründet. Sie kämpfte gegen die ugandische Regierung, um nach ihrem Willen einen Gottesstaat, auf den 10 Geboten basierend, zu errichten. Wie bei vielen radikalen Gottesmilizen wird auch hier daran herumgebastelt, bis es einem ins Weltbild passt. „Du sollst nicht töten“, lautet das fünfte Gebot, trotzdem tötet die LRA – mehr als 100.000 Menschen sind schon ermordet worden. Die Miliz soll bis zu 70.000 Kinder verschleppt haben. Viele Jungen wurden zu Kindersoldaten ausgebildet und die Mädchen zwangsverheiratet oder zu Sexsklavinnen gemacht. Die LRA bestand zu 80 Prozent aus Kindersoldaten. 1)n-tv: Kindersoldaten von Uganda: Gezeichnet für ihr Leben – Stand: 16.02.2016

Doch nicht nur in dieser Krisenregion werden Kindersoldaten eingesetzt, auch in Syrien, im Irak, in Pakistan, in Somalia, im Sudan und Südsudan oder in Eritrea. Diesen Kindern Asyl zu gewähren und sie somit zu resozialisieren, ist ein wichtiger Punkt, dennoch wurden nur 2.922 von 14.439 Asylanträgen 2015 in Deutschland bewilligt. Viele haben auch einfach Angst, dass wenn sie angeben, für ein Militär gekämpft zu haben, der Geheimdienst oder die Miliz sie aufspürt und bestraft. 2)SZ: Wenn Kindersoldaten nach Deutschland fliehen – Stand: 16.02.2016

Es stimmt, dass durch dieses Video die Welt ihre Augen auf Kony gerichtet hat, wenn auch nur für ein paar Wochen. Doch schon davor gab es internationale Eingriffe gegen die LRA. Durch von Amerika unterstütze Militäroperationen wurde die LRA aus Uganda vertrieben. Diese siedelte sich aber in den Nachbarländern an. Eine zentrale Rolle spielt hierbei die Zentralafrikanische Republik. Die meisten der übrigen 300 LRA-Kämpfer sollen sich dort aufhalten. 3)DW: Lord’s Resistance Army: Gewalt in Gottes Namen – Stand: 16.02.2016 Doch trotz der internationalen Bemühungen bleibt Kony unauffindbar. Im Moment geht man davon aus, dass er sich zwischen dem Südsudan und Sudan aufhält. Auch ist anzunehmen, dass er vom sudanesischen Militär geschützt wird. 4)Spiegel: Massenmörder: Was wurde aus dem Warlord Joseph Kony? – Stand: 16.02.2016

Doch die LRA mordet, entführt und treibt die Menschen weiterhin zur Flucht. Getrieben von den Gräueltaten aus der Zeit davor. In der die LRA Menschen bei lebendigem Leibe verbrannten, mit Äxten die Köpfe oder mit Macheten Arme, Beine, Ohren, Nasen oder Lippen abhackten. 5)SZ: Hände und Köpfe abgehackt – Stand: 16.02.2016 Auch wenn sich die Zahlen verringert haben, kam es in den letzten Jahren vermehrt zu Vorfällen. Im letzten Jahr gab es laut dem LRA Crisis Tracker 612 Entführungen und somit sogar eine kleine Verminderung der Zahl von 2014. Aber ein immenser Unterschied zu 2013, in welchem Jahr es gerade einmal 474 Entführungen gab. Von einer endgültigen Lösung des Problems scheint man noch weit entfernt.

Heute besteht die einstige Armee nur noch aus Splittergruppen. Und letztes Jahr gab es mit der Festnahme von Dominic Ongwen, der Stellvertreter Konys, eine entscheidende Entwicklung. Ansonsten wäre er wohl von seinem Anführer ermordet worden. Vielleicht gewährt er tiefere Einblicke in die LRA, das ist jedoch zu bezweifeln. Im Januar dieses Jahres wird ihm der Prozess vor dem internationalen Strafgerichtshof gemacht. Doch die Aufmerksamkeit der Welt liegt auf anderen Gebieten. Da Kony noch nicht gefasst wurde, wird es vielleicht bald wieder Verschleppte, Ermordete und Vertriebene geben.
6)Spiegel: Massenmörder: Was wurde aus dem Warlord Joseph Kony? – Stand: 16.02.2016

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Fußnoten und Quellen:   [ + ]

Christian H. / earthlink.de
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