Seiten
Kategorien

Afrikanische Staaten im Würgegriff der EU

-

  Bild: © Bobbyshabangu [CC BY-SA 4.0]  - Wikimedia Commons

Bild: © Bobbyshabangu [CC BY-SA 4.0] - Wikimedia Commons

Afrikanische Staaten im Würgegriff der EU

Das öffentliche Interesse an TTIP und der Protest dagegen erhitzt die Gemüter: Tausende Menschen unterschiedlichster Interessensgruppen mobilisieren gegen das geplante Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU. Was dagegen weitgehend unbemerkt bleibt, sind die Wirtschafts-Partnerschafts-Abkommen EPAs zwischen der EU und afrikanischen Staaten, die bereits seit 12 Jahren kontrovers diskutiert werden. Deren Auswirkungen sind ebenso verheerend: die falsche Handelspolitik der EU zerstört die Lebensgrundlagen tausender Menschen in afrikanischen Staaten.

Seit 2000 gewährte das Cotonou-Abkommen den afrikanischen, karibischen und pazifischen Staaten freien Zugang zu EU-Märkten für bestimmte Produkte. Beispielsweise können Rosen aus Kenia unter Zollfreiheit in die EU exportiert werden, was den Gewinn für Kenia erhöht und deren lokale Entwicklung stärkt. 2014 entfielen beispielsweise etwa 40 % der Frischwarenexporte Kenias auf die EU. Das zeigt das Ausmaß der Abhängigkeit von der EU-Nachfrage. Die EU baute zuletzt Druck auf, dass der zollfreie Zugang nur weiter gewährleistet wird, falls das EPA-Abkommen ratifiziert wird. 1) Brot für die Welt: EU-Strafzölle bedrohen Kenias fairen Blumenanbau – zuletzt aufgerufen am 23.09.2015

Die EPAs sollen EU-Produkten ebenso zollfreien Zugang auf afrikanischen Märkten garantieren. Allerdings werden die lokalen Märkte durch Zulassung europäischer Agrarprodukte destabilisiert, was den Lebensunterhalt von Millionen Bürgern betrifft. Die lokale Landwirtschaft spielt sich nicht auf dem gleichen Entwicklungsniveau wie die der EU ab und kann demnach nicht mit deren Preisen konkurrieren. So wäre der zollfreie Import aus der EU für viele afrikanische Staaten verheerend und würde deren Wirtschaft nachhaltig destabilisieren.
Somit befinden sich die westafrikanischen Staaten unter Druck: Entweder sie unterzeichnen die EPAs, oder der zollfreie Marktzugang zur EU wird eingeschränkt. 2) TASPO Online: Verhandlungen von EU und EAC vorerst gescheitert: Kenianische Blumen bald zollpflichtig? – zuletzt aufgerufen am 23.09.2015

Die afrikanischen Märkte sollen durch die Handelsabkommen für Importe geöffnet und der EU-Zugang zu Rohstoffen wie Erdöl, Holz und Metallen gesichert werden. Schon jetzt werden afrikanische Märkte von europäischer, landwirtschaftlicher Überproduktion überschwemmt und somit der Lebensunterhalt von vielen Menschen gefährdet. Dadurch wird die lokale Landwirtschaft und Industrie nachhaltig geschädigt und die regionale, eigenständige Entwicklung wird extrem eingeschränkt. Durch eine weitere Liberalisierung des Handels wird die Armut und Abhängigkeit um ein Vielfaches vergrößert werden. 3) attac: Handel mit dem globalen Süden- Stop EPAs – zuletzt aufgerufen am 23.09.2015

Beitrag teilen und unterstützen! (Bisher 0 Mal geteilt)

Fußnoten und Quellen:   [ + ]

Über

Hallo da draußen, im Jahr 2015/16 begleit ich earthlink als Bundesfreiwillige. Neben Recherchearbeiten und dem Schreiben von Artikeln gehört auch das Blumengießen zu meinen speziellen Befähigungen. Auf euch als Interessenten, Sympathisanten und Diskutanten von earthlink frei i mi!

Keine Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Weitere interessante Infos:
Fabriktor Areva Comurhex bei Malvési Fabriktor Areva Comurhex bei Malvési | Bild (Ausschnitt): © Moulins [CC BY-SA 3.0] - Wikimedia Commons

Europa trägt Teilschuld an radioaktiver Verseuchung in Niger

Als im März 2011 der Tsunami das japanische Kernkraftwerk Fukushima traf und somit das bislang größte Atomunglück im 21. Jahrhundert verursachte, forderte man in Deutschland den unverzüglichen Atomausstieg. Sechs Jahre später sind noch immer acht ...
 | Bild (Ausschnitt): © Scaramax - Dreamstime.com

Irak: EU-Flüchtlingsmanagement, die Rolle der Türkei und der Preis für die Kurden im Irak

In den vergangenen Tagen wurde in den Medien immer wieder berichtet, dass vermutlich deutsche Waffen von Peschmerga-Kämpfern auf Märkten im Irak angeboten worden sind. Dabei sollen die Waffen aus früheren Lieferungen der Bundeswehr stammen.
Sojaernte Sojaernte | Bild (Ausschnitt): © Alffoto - Dreamstime.com

Wie deutsche Investitionen ein repressives Regime unterstützen

Die Volkswirtschaft Äthiopiens wächst seit 2003 zwischen acht und zehn Prozent im Jahr. Dieses Wachstum hat jedoch auch seinen Preis: Aufgrund von Infrastrukturprojekten und ausländischen Investitionen in Ackerflächen, auf denen für den Export angebaut wird, ...
 | Bild (Ausschnitt): © Tomás Castelazo [CC BY-SA 3.0] - Wikimedia Commons

Die EU-Wirtschaftspolitik treibt afrikanische Bauern in die Flucht

Die Economic Partnership Agreements treiben afrikanische Betreiber von Hühnerfarmen in den Bankrott. Durch die von der EU mit erpresserischer Manier aufgezwungenen Abkommen wird Menschen in Afrika ihre Lebensgrundlage entzogen. Die Betroffenen sind somit meist gezwungen, ...
 | Bild (Ausschnitt): © Oxfam East Africa [CC BY 2.0] - Wikimedia commons

Kann die EU-Flüchtlingspolitik wahre Fluchtursachen bekämpfen?

Am 11. und 12. November fand ein Gipfeltreffen zu Migrationsfragen zwischen den EU-Staats- und Regierungschefs sowie Vertretern von 35 afrikanischen Staaten in Valletta (Malta) statt. Die Konferenz knüpfte an die...
Ausführlicher Hinweis zum Datenschutz
[contentblock id=datenschutz]

Diesen Hinweis schließen

Jetzt den earthlink-Newsletter abonnieren:



Das Formular
wird geladen -
bitte einen Moment ...
PGlmcmFtZSBmcmFtZWJvcmRlcj0iMCIgYm9yZGVyPSIwIiBzdHlsZT0iYm9yZGVyOm5vbmU7IiBjbGFzcz0iYXV0b0hlaWdodCIgc3JjPSJodHRwOi8vd3d3LmVhcnRobGluay5kZS8/d3BtbG1ldGhvZD1vZmZzaXRlJmlmcmFtZT0xJmxpc3Q9MSIgaGVpZ2h0PSI0MDAiPg0KCTxwPkRhcyBGb3JtdWxhciBsw6RkIC0gYml0dGUgZWluZW4gTW9tZW50IHdhcnRlbiAuLi48L3A+DQo8L2lmcmFtZT4=
Ihre Daten behalten wir für uns!
Unsere Datenschutzerklärung
Auf welchem Weg möchten Sie uns unterstützen?

Liebe Leserinnen und Leser:

Verzeihen Sie bitte die Störung. Heute bitten wir Sie um Ihre Unterstützung. Unsere Kampagne "Fluchtgrund" erfährt großen Zuspruch und viel Lob für die umfangreichen und fundierten Informationen, die wir auf dieser Website bieten. Die Informationen werden genutzt von Interessierten, die sich objektiv über die Gründe informieren möchten, die Menschen dazu bringen ihre angestammte Heimat zu verlassen, von Schülerinnen und Schülern um Referate vorzubereiten, aber auch von Journalistinnen und Journalisten auf der Suche nach detaillierten Hintergrundinformationen. Aber nur ein Bruchteil der Nutzer spendet.

Trotzdem ein großer Teil der Arbeit durch Ehrenamtliche erbracht wird, kostet die Kampagne auch Geld. Hier sind wir auf Ihre Spende angewiesen! Wenn alle, die dies lesen, einen kleinen Beitrag leisten, hätten wir in einem Monat das Geld zusammen, das wir für ein Jahr benötigen. Schon der Preis einer Tasse Kaffee würde genügen. Es ist leicht, diese Nachricht nicht zu beachten und die meisten werden das wohl tun.

Wenn Sie diese Website nützlich finden, nehmen Sie sich jetzt bitte eine Minute Zeit und geben Sie mit Ihrer Spende etwas zurück. Herzlichen Dank!

SPENDENKONTO: earthlink e.V., IBAN: DE66 7002 0500 0008 8885 00, BIC: BFSWDE33MUE - Was passiert mit meiner Spende?

Auf welchem Weg möchten Sie uns unterstützen?

Sie können uns Ihre Spende online per PayPal zukommen lassen. Wenn Sie noch kein PayPal-Konto haben, können Sie hier auch mit Kreditkarte spenden.

SPENDENKONTO: earthlink e.V., IBAN: DE66 7002 0500 0008 8885 00, BIC: BFSWDE33MUE - Was passiert mit meiner Spende?

Auf welchem Weg möchten Sie uns unterstützen?

Herzlichen Dank für Ihre Spendenbereitschaft!

Ihre Spende können Sie gerne auf unser Spendenkonto überweisen oder einzahlen:

[contentblock id=spendenkonto]

SPENDENKONTO: earthlink e.V., IBAN: DE66 7002 0500 0008 8885 00, BIC: BFSWDE33MUE - Was passiert mit meiner Spende?